Kunstinstallation auf dem Maxplatz: Seebrücke Bamberg stellt sich gegen das Vergessen der Geflüchteten an den EU-Grenzen

„Stoppt das Sterben! Für Sichere Fluchtwege“- Das ist das Motto einer Kunstinstallation der Seebrücke Bamberg. Die rund drei Meter hohe Mauer mit Text- und Toninstallation steht heute zwischen 13 und 21 Uhr auf dem Bamberger Maxplatz. Die Seebrücke Bamberg fordert sichere Fluchtwege.

Die Lage an den EU-Außengrenzen finde aktuell nur wenig Beachtung. Schutzsuchende auf den griechischen Inseln und an der Grenze seien neben massiver Gewalt und systematischer Willkür auch der Pandemie ausgeliefert, so die Seebrücke.

 

Hier die offizielle Mitteilung:

Pressemitteilung für die Aktion am 28.05.21

„Stoppt das Sterben!“ Unter dieser Überschrift steht eine Kunstinstallation der Seebrücke Bamberg, die am 28.05.21 zwischen 13 und 21 Uhr auf dem Bamberger Maxplatz zu sehen sein wird. Auf diese Weise will die Lokalgruppe der Forderung nach sicheren Fluchtwegen Ausdruck verleihen.

Derartige Aktionen erscheinen umso wichtiger, da die Lage an den EU-Außengrenzen in Medien und Politik aktuell nur wenig Beachtung findet. Doch die Corona-Pandemie hat dieses Thema nicht nur weitgehend aus der offiziellen Berichterstattung verdrängt, sondern verschärft die Situation zusätzlich. Schutzsuchende auf den griechischen Inseln und an der Grenze sind neben massiver Gewalt und systematischer Willkür nun auch noch der Pandemie ausgeliefert. In den überfüllten Lagern fehlt es an medizinischer und hygienischer Grundversorgung. Schutzmaßnahmen, die auf dem europäischen Festland getroffen werden, sind dort schlicht unmöglich. Stattdessen werden Menschen auf der Flucht beschossen, die Bedingungen in Camps wie Moria bleiben absichtlich menschenunwürdig, weil die EU Schutzsuchende abschrecken will. Die Arbeit privater Organisationen, die Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer vor dem Ertrinken retten, wird durch die staatliche Gewalt an den EU-Außengrenzen behindert. Alleine im Jahr 2021 fanden bereits über 600 geflüchtete Menschen im Mittelmeer den Tod. Die internationale Seebrücke-Bewegung zieht ein bitteres Fazit: „Wir erleben eine beispiellose menschenrechtliche, gesundheitliche und politische Katastrophe.“

Durch den Aufbau einer symbolischen Mauer mit zugehöriger Toninstallation möchte die Lokalgruppe Bamberg nicht nur auf die bestehenden Missstände hinweisen und die Menschen informieren. Sie bietet auch die Möglichkeit, vor Ort an die Organisation „Mission Lifeline“ zu spenden, die mit einem eigenen Schiff Menschen auf der Flucht vor dem Ertrinken rettet.